Aus freimaurerischer Sicht

Ein praktischer Leitfaden zum Fehlermachen.

Von Fonseca.R

Großer Ost-Paraná

In Zeiten öffentlicher Naivität und prahlerischer Prahlerei lohnt es sich, an Niccolò Machiavelli zu denken, der nicht für Engel schrieb, sondern für Herrscher aus Fleisch, Blut und Ehrgeiz. „Man muss ein Löwe sein, um Wölfe zu erschrecken, und ein Fuchs, um ihre Fallen zu erkennen.“ Der Spruch hat die Jahrhunderte wie ein beunruhigender Spiegel durchlaufen: Es genügt nicht, stark zu sein; man muss wissen, wann man sie einsetzt. Es genügt nicht, gerissen zu sein; man muss wissen, wann man sie verbirgt.

Der Löwe beeindruckt. Seine Mähne beendet Debatten, bevor sie überhaupt beginnen. Es gibt Zeiten, in denen Zögern teuer zu stehen kommt und Unentschlossenheit den Wölfen in die Hände spielt. Jenen Opportunisten, die Schwächen wie Jagdhunde aufspüren. In solchen Momenten ist das Gebrüll keine Eitelkeit, sondern Überlebenswille. Autorität ist, wenn nötig, keine Tyrannei; sie schützt das, was bestehen bleiben muss.

Doch Politik und Leben sind nicht nur sonnige Lichtungen. Es gibt schmale Pfade voller unsichtbarer Fallen, wo rohe Gewalt nur den eigenen Untergang herbeiführt. Dann erscheint der Fuchs mit seinen kalkulierten Schritten, seinem feinen Geruchssinn und seiner wachsamen Klugheit. Er stellt sich der Falle nicht, er umgeht sie. Er stellt seine Macht nicht zur Schau, er beherrscht sie.

Das Drama beginnt, als die Haut im falschen Moment abgestreift wird. Der Löwe, zu stolz, um den Boden unter seinen Füßen zu ergründen, stürzt in die Grube, die von listigen Händen gegraben wurde. Der Fuchs, zu schlau, um sich im entscheidenden Moment zu behaupten, wird schließlich von jenen in die Enge getrieben, die vor keiner List zurückschrecken. Stärke ohne Intelligenz wird zu Brutalität; Schlauheit ohne Entschlossenheit verkommt zu Feigheit.

Es gibt Regierungen, die brüllen, wo sie zuhören sollten. Es gibt Anführer, die intrigieren, wo sie entscheiden sollten. Es gibt Bürger, die Klugheit mit Unterlassung und Mut mit Spektakel verwechseln. Letztlich ist Machiavellis Lehre keine Aufforderung zur Klugheit, wie Zyniker gern behaupten, sondern ein Appell an strategisches Gespür: das richtige Timing zu erkennen. Die Geschichte ist unerbittlich mit denen, die das Ziel verfehlen.

Ein Löwe zu sein erfordert Mut, ein Fuchs Intelligenz. Der Wechsel zwischen beiden erfordert Reife. Diese seltene Tugend lässt sich weder aus Ratgebern noch aus sozialen Medien erlernen. Es bedarf Urteilsvermögens, um zu erkennen, wann Schweigen beredter ist als ein Schrei und wann nur ein Schrei verstanden wird.

In der realen Welt, wo Wölfe keine Uniformen tragen und Fallen nicht markiert sind, ist Überleben und Regieren eine Kunst des richtigen Rhythmus. Der Fehler liegt nicht in der Wahl zwischen Löwe und Fuchs. Der Fehler liegt darin, den Augenblick zu ignorieren. Und der Augenblick, wie die Macht, verzeiht keine Ablenkung.

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Grand Orient von Paraná

Der Durchlauchtigste Großmeister – Vladimir Pires Martins

G. Sekretariat für Kommunikation und Presse – Luís Fernando da Silva Dias


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